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Marktkommentare
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SaaS-Comeback: kräftige Kurserholung, doch die Auswahl bleibt entscheidend
Informationsstand: 20. Oktober 2026. Fondsperformance: drittes Quartal bis 30. September 2026; Gesamtrenditen auf Basis des Nettoinventarwerts (NAV) in USD bei Wiederanlage der Ausschüttungen. Unternehmensdaten: Berichte von ServiceNow vom 22. Juli und Salesforce vom 26. August 2026.
SaaS-Unternehmen, die Software im Abonnement verkaufen, stehen wieder in der Gunst der Anleger. Die Erholung ist deutlich, verläuft aber uneinheitlich. Entscheidend ist, ob künstliche Intelligenz ihr Geschäftsmodell schwächt oder ihnen ermöglicht, ihren Kunden mehr Leistungen zu verkaufen.
Wie stark ist die Erholung?
Im dritten Quartal 2026 erzielte der WisdomTree Cloud Computing Fund (WCLD) eine Rendite von 26,65%, der breiter aufgestellte Softwarefonds iShares IGV kam auf 17,46%. Das sind vergleichbare Gesamtrenditen auf Basis des Nettoinventarwerts (NAV) in US-Dollar bei Wiederanlage der Ausschüttungen, keine reinen Aktienkursveränderungen. WCLD konzentriert sich auf Anbieter von Cloudsoftware; IGV deckt einen breiteren Marktbereich ab. Die Ergebnisse zeigen die zurückgekehrte Nachfrage, bedeuten aber nicht, dass jede SaaS-Aktie ihre Verluste aufgeholt hat. Allein im September verlor WCLD zudem 5,98%. Quellen: WisdomTree, Ergebnisse zum 30.09.2026, iShares, gleicher Zeitraum.
Geschäftszahlen stützen den Optimismus
ServiceNow steigerte die Abonnementerlöse im zweiten Quartal 2026 um 24,5% gegenüber dem Vorjahr auf 3,877 Mrd. USD; bei konstanten Wechselkursen betrug das Wachstum 23%. Der annualisierte Vertragswert für KI (ACV) überstieg 1 Mrd. USD. ACV bezeichnet den auf ein Jahr umgerechneten Vertragswert, nicht die bereits in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Umsätze. Quelle: ServiceNow-Bericht.
Salesforce erzielte im Quartal bis zum 31. Juli 11,345 Mrd. USD Umsatz, 11% mehr als im Vorjahr. Darin sind allerdings 456 Mio. USD aus der Übernahme von Informatica enthalten. Die Zahl misst daher nicht ausschließlich organisches Wachstum. Quelle: Salesforce-Bericht zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027.
Meine Interpretation: Diese Ergebnisse schwächen die These, dass KI etablierte SaaS-Anbieter zwangsläufig rasch verdrängen muss. Deren Daten, Integrationen und Kundenbeziehungen können den Verkauf neuer Werkzeuge erleichtern. Das spricht für die Erholung, auch wenn Geschäftsberichte allein nicht belegen, was die Kursbewegungen genau ausgelöst hat.
Was braucht ein dauerhaftes Comeback?
Umsatzwachstum muss sich in Gewinnen niederschlagen. Der Quartalsüberschuss von ServiceNow nach GAAP sank trotz kräftigen Umsatzwachstums auf 298 Mio. USD gegenüber 385 Mio. USD ein Jahr zuvor. Anleger sollten organisches Wachstum, Margen, die Kosten des KI-Betriebs und die Verwässerung durch aktienbasierte Vergütung beobachten. Auch Druck auf Abonnements mit Preisen je Nutzer bleibt ein Risiko. Die Erholung wird von wachsenden Unternehmen gestützt, doch ihre Dauerhaftigkeit hängt von einer profitablen Monetarisierung der KI ab. Ein steigender Aktienkurs allein belegt keine attraktive Bewertung. Quelle der Gewinndaten: ServiceNow.
Posts spiegeln die persönlichen Ansichten des Autors ab Veröffentlichung. Sie sind keine Anlageempfehlungen.